Auf der Hochzeit flüsterte mir jemand zu, der Bräutigam habe etwas ins Glas gemischt. Ich wechselte das Glas, und alles kam heraus.

Phase 1 – Haupttoast und Gläser mit Bändern
Der Moderator hob das Mikrofon, und die Musik verklang allmählich, sodass nur noch das Klirren von Geschirr und das Rascheln von Kleidern in der Luft zu hören waren.

— Liebe Gäste! Der wichtigste Toast gilt dem Brautpaar!

Alle standen auf. Auch Nina stand auf und spürte, wie ihr Rücken unter dem Korsett sofort feucht wurde. Greg beugte sich leicht zu ihr vor, als ob er sich Sorgen machte, doch seine Finger an ihrer Taille waren keine Zärtlichkeit – sie umklammerten sie fest, als wollte er sichergehen, dass sie nicht wieder weglief.

Zwei Gläser standen vor ihnen, mit weißen Bändern zusammengebunden. Nina tat, was sie sich auf der Toilette vorgenommen hatte: Schnell, vorsichtig, fast unmerklich tauschte sie die Gläser aus. So wie man Gabeln tauscht, wenn der Kellner einen Fehler macht – keine plötzlichen Bewegungen, keine unnötigen Pausen.

Greg bemerkte nichts. Oder er war sich sicher, dass alles unter Kontrolle war.

„Für uns“, flüsterte er und blickte die Gäste an, nicht sie. „Und mögen Sie immer... klug sein.“

Das Wort „klug“ klang, als spräche er nicht von Liebe, sondern von Unterwerfung.

Er hob sein Glas. Nina hob ihres – das, das nun in Sicherheit war.

Aus dem Augenwinkel sah sie Michail an der Wand stehen. Er stand etwas abseits von den Kellnern und blickte weder zur Bühne noch zu den Frischvermählten, sondern auf Gregs Hände. Sein Gesichtsausdruck wirkte, als hielte er eine glühende Kohle in der Hand und fürchtete, sich zu verbrennen.

Greg nahm seinen ersten Schluck.

Und fast augenblicklich wurde sein Lächeln etwas ungleichmäßig.

Zu schnell... und zu leer.

Phase 2 – Wenn die Schwäche einer anderen Person im Gesicht des Bräutigams sichtbar wird
Zunächst verstand niemand etwas. Die Gäste stießen fröhlich mit den Gläsern an, lachten und riefen „bitter“, während der Fotograf von Kamera zu Kamera eilte und die Emotionen einfing.

Plötzlich blinzelte Greg – langsam und schwer, wie jemand, der drei Tage nicht geschlafen hatte. Er stellte das Glas auf den Tisch, verfehlte es aber um wenige Zentimeter: Das Glas stieß gegen den Tellerrand, und das Band am Glas zitterte.

"Was machst du denn?", flüsterte Nina so leise, dass nur die Person, die direkt neben ihr saß, sie hätte hören können.

Greg drehte sich zu ihr um, Schweißperlen traten ihm auf die Stirn.

„Es ist stickig…“, presste er hervor. „Ihr Kleid… Ihr Parfüm… Ihr Kopf…“

Er versuchte zu lächeln, doch das Lächeln verschwand. Sein Blick wurde verschwommen, als suche er im Lärm des Raumes nach etwas, das ihn zurückhalten könnte.

Und dann begriff Nina das Schlimmste: Das war nicht einfach nur „versehentlich zu viel getrunken“. Das war genau das, wovor Michail sie gewarnt hatte. Nur jetzt – in seinem eigenen Körper.

Greg griff wie aus Gewohnheit wieder nach seinem Glas. Seine Finger zitterten. Er nahm einen weiteren Schluck und atmete scharf aus, als hätte ihm das Wasser die Kehle verbrannt.

„Greg“, sagte Nina und legte ihre Hand auf sein Handgelenk. „Du siehst nicht gut aus. Lass uns nach draußen gehen.“

„Setz dich hin …“, flüsterte er und versuchte, sie wieder in eine sitzende Position zu bringen, doch seine Hand wurde schlaff und hing kraftlos herunter. „Alles in Ordnung. Nur … eine Reaktion. Stress …“

Das Wort „Reaktion“ klang fast ehrlich.

Die Reaktion war jedoch nicht Stress.

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