„Wir sollten wohl die Formalitäten erledigen“, sagte die Mutter nachdenklich. „Wir sollten dir das Haus überlassen. Du hast es dir verdient.“
- Später, Mama. Nicht jetzt.
Zwei Tage später wurde meine Mutter krank. Krankenwagen, Krankenhaus, Untersuchungen. Vier Tage später war sie tot – friedlich im Schlaf. Marina war an meiner Seite.
Alle kamen, um sich zu verabschieden. Vera weinte, Sergei schwieg und knirschte mit den Zähnen.
Später nahm Sergei Marina beiseite.
„Das Haus gehört Ihnen rechtmäßig. Ich verzichte auf meinen Anteil. Sie waren ja dabei.“
- Sind Sie sicher?
- Ja. Rufen Sie an, sobald die Dokumente fertig sind.
Vera hat das Gespräch damals nicht mitbekommen.
Am nächsten Tag schlug sie vor, zu ihren Eltern zu fahren, um auszupacken. Marina stimmte zu.
Das Haus empfing sie mit Stille und einem vertrauten Geruch. Alles war wie zuvor. Sie blätterten in Fotoalben, lachten und schwelgten in Erinnerungen an ihre Kindheit.
Und dann sagte Vera:
"Was wäre, wenn ich hierher zöge? Es ist schwer für mich, eine Wohnung zu mieten. Das Gebäude steht leer..."
Etwas kribbelte in Marina, aber sie schwieg.
Am Abend sagte Maxim direkt:
- Sie zieht ein und kommt dann nicht mehr aus. Denk mal drüber nach.
Am nächsten Tag verlor Vera die Beherrschung.
„Ich bin auch eine Erbin!“, schrie sie. „Du hast alles an dich gerissen!“
„Du bist ja fast nie gekommen“, sagte Marina müde. „Aber wir waren jeden Tag da.“
„Sie sind Arzt, für Sie ist das nicht schwierig! Und ich bin allein mit den Kindern!“
Einen Monat später traf eine Vorladung ein. Vera forderte, dass das Haus verkauft werde.
Am Ende kaufte Marina ihren Anteil zurück – ein Darlehen, das sie viele Jahre lang aufgenommen hatte.
