„Liz, willst du mich heiraten? Wir wohnen jetzt schon ein Jahr unter einem Dach, es wird Zeit, es offiziell zu machen“, sagte Artjom ganz nüchtern, ohne auch nur daran zu denken, niederzuknien oder nach dem Ring zu greifen. Die Entscheidung war ihm plötzlich gekommen – bei einem ganz normalen Sonntagsfrühstück. Eine etwas zerzauste Elizaveta, in einen Frotteemantel gehüllt, stand am Herd und wendete Eier.
„Wow … einfach so?“, antwortete Lisa überrascht. Sie wusste, dass Artjom kein Freund von großen Gesten war, aber diesen Moment hatte sie sich ganz anders vorgestellt.
„Was ist daran so unerwartet? Wir sind schon ein ganzes Jahr zusammen. Wie lange können wir das denn noch hinauszögern? Klar, wir teilen uns keine Wohnung, wir wohnen bei dir, aber irgendwo müssen wir ja anfangen“, argumentierte er trocken und ohne jede Regung.
„Na gut … dann heiraten wir eben“, hauchte Lisa. Sie widersprach nicht: Sie liebte Artjom und sah sich immer noch als seine zukünftige Frau. Warum also nicht jetzt?
Ihre Geschichte nahm schnell Fahrt auf. Sie trafen sich zufällig in einem Café, tauschten Telefonnummern aus und verabredeten sich schon am nächsten Tag wieder. Eine Woche später gestand Artyom ihr seine Gefühle, und einen Monat später lud Lisa ihn ein, bei ihr einzuziehen. So begannen sie zusammenzuleben.
Zunächst schien alles perfekt. Sie genossen die Zeit miteinander und kümmerten sich nicht um die Details. Liza war ganz in ihren Gefühlen versunken, und Artjom erwiderte sie mit Herzlichkeit.
Doch nach sechs Monaten begann die rosarote Brille zu rutschen. Liza hatte zuvor noch nie mit einem Mann zusammengelebt, und die Veränderungen in der Wohnung begannen sie zu stressen.
„Können Sie mir bitte erklären, warum sich ein Berg Geschirr in der Spüle türmt? Und woher kommt der ganze Müll auf dem Boden?“, fragte sie gereizt, als sie von der Arbeit zurückkam.
„Ich erledige das gleich. Ich habe nur einen kleinen Snack gegessen und dabei etwas gekleckert“, sagte Artjom abweisend. Tatsächlich blieb es meist bei Worten, und sie musste aufräumen.
Nach und nach ging Lisa seine Unordnung auf die Nerven. Überall im Badezimmer lagen Tassen, Kleidungsstücke und Fußabdrücke herum. Anfangs räumte sie stillschweigend auf, aber eines Tages hielt sie es nicht mehr aus.
„Artjom, du bist erwachsen. Es ist normal, dass man auf Sauberkeit achtet“, sagte sie und fasste sich ein Herz.
Zu ihrer Überraschung reagierte er gelassen:
Okay, ich werde vorsichtiger sein. Das ist kein Problem für mich.
Eine Zeit lang hat er es wirklich versucht, aber meistens hat er trotzdem „vergessen“, hinter sich aufzuräumen.
Nach dem Heiratsantrag plagten Lisa zunehmend ängstliche Gedanken.
„Er hat nicht mal an einen Ring gedacht. Seine ganze Zärtlichkeit war nach ein paar Monaten vorbei“, erzählte sie einer Freundin.
„Romantik hält nicht ewig“, sagte Sveta achselzuckend. „Das war bei meinem Mann und mir genauso.“
„Glaubt er etwa auch, dass die Hausarbeit allein in deiner Verantwortung liegt?“, fragte Lisa.
— Nein, wir waren uns sofort einig: Wir arbeiten beide, wir teilen alles gleichmäßig auf.
„Ich habe das Gefühl, Artjom denkt, da die Wohnung mir gehört, bin ich auch dafür verantwortlich, sie ordentlich zu halten. Und ich werde auch mal müde … Vielleicht ändert er sich ja nach der Hochzeit“, sagte Lisa zögernd.
„Eher das Gegenteil“, lächelte Swetlana.
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