Der Schlafexperte und Psychologe Rubin Naiman erklärt: „Träume wirken wie Spiegel: Sie reflektieren, was wir in uns tragen, manchmal ohne dass wir es merken.“ Mit anderen Worten: Sie helfen uns, unsere tiefsten Emotionen, Ängste und Wünsche besser zu verstehen.
Ein Weg, mit der Abwesenheit umzugehen

Von einem Verstorbenen zu träumen bedeutet nicht zwangsläufig, dass er versucht, mit uns zu „sprechen“. Es kann einfach darauf hindeuten, dass unser Geist den Trauerprozess fortsetzt. Der Traum wird dann zu einem symbolischen Raum, in dem wir den Dialog fortsetzen und – manchmal unbewusst – das verarbeiten, was wir nicht ausdrücken konnten.
Manche Psychologen glauben, dass diese Träume helfen, den Schmerz des Verlustes zu lindern. Sie ermöglichen es uns, das auszudrücken, was wir nicht direkt sagen können. Wenn die Person im Traum also lächelt oder ruhig wirkt, kann dies eine Form von innerem Frieden widerspiegeln, ein Zeichen dafür, dass wir im Trauerprozess vorankommen.
Die Traumdeuterin Lauri Loewenberg bietet eine andere Deutung an: Manchmal ist es, als sähe man sich selbst durch die Augen eines Verstorbenen, wenn man von ihm träumt. Zeigte diese Person beispielsweise Verhaltensweisen, die wir heute noch wiederholen, so fungiert der Traum als inneres Signal, als Aufforderung zur Selbstreflexion oder persönlichen Weiterentwicklung.